widerst@ndMUND vom 12.05.2000
 

keil1.gif (893 Byte)  01 Die Arroganz der Macht oder Das neu gewonnene Selbstverständnis der ÖVP

keil1.gif (893 Byte) 02 F-Rumpold für internet provider y-line werbung verantwortlich

keil1.gif (893 Byte) 03 Schluss mit liebsein

keil1.gif (893 Byte) 04 Buchvorstellung Oboira C.Ofoedu, "Morgengrauen"

keil1.gif (893 Byte) 05 Das große Comeback des W. Schüssel

keil1.gif (893 Byte) 06 *deportation.class stop!* Aktionsbündnis gegen Abschiebungen Rhein-Main Flugblatt-Text

keil1.gif (893 Byte) 07 Begegnung der Generationen

keil1.gif (893 Byte) 08  Grossmutter

keil1.gif (893 Byte) 09 Sozialeinrichtungern protestieren gegen Kürzungen beim Zivildienst

keil1.gif (893 Byte) 10 Institut zur Erforschung supranasaler Subilluminenz

 
 
Editorial


Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Die Beiträge werden von verschiedenen Redaktionsteams zusammengestellt.
Für die Zusammenstellung dieser Ausgabe verantwortlich:
Erol Akdag, erol.akdag@chello.at



Beiträge bitte schicken an:
widerstand@no-racism.net
widerst@nd MUND täglich aktualisiert im Web!
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Bitte alle Nachrichten, Meldungen, Ideen ... an diese Adresse.

 

01 Die Arroganz der Macht oder Das neu gewonnene Selbstverständnis der ÖVP

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Am Montag, 8. Mai 2000, hörte ich das Mittagsjournal auf Ö1 und dabei ein
Interview mit der Außenministerin. Diese äußerte sich derart skandalös, dass
ich in heller Empörung zum Computer stürmte und flott das Folgende an die
ÖVP schrieb:

„Sehr geehrte Damen und Herren von der Regierungs-ÖVP!

Nachdem schon so lange Zeit diese Regierung unter der Führung Ihrer Partei
unglücklicherweise ihr Unwesen in diesem Lande treibt, sehe ich nunmehr
einen neuen Gipfel der Frechheit erreicht, die Sie sich erlauben.

Gerade vernahm ich im Ö1-Mittagsjournal ein Interview mit Ihrer Frau
Ministerin Ferrero-Waldner, die - befragt nach der Volksbefragung in Sachen
EU und "Sanktionen" der 14 Staaten - mehrfach wiederholte, dass man damit
zeigen wolle, dass die Bevölkerung "hinter der Regierung stehe".

Ich weise eine derartige propagandistische Verdrehung dessen, was hier
geschieht, vehement zurück! Es ist eine Frechheit sondergleichen, die Sie
sich hier erlauben, und Sie scheinen schneller und mehr in Sachen
propagandistischer Agitation und Verdrehung der Realitäten von Ihrem
Regierungspartner FPÖ gelernt zu haben, als man ursprünglich befürchten
musste.

Seit Tagen, ja fast schon Wochen gehen Sie damit hausieren, es solle diese
Befragung dazu dienen, deutlich zu machen, dass die österreichische
Bevölkerung gegen diese Sanktionen sei (ein hahnebüchenes Betreiben
übrigens, da dies ja eine Binsenweisheit ist und jeder weiß, dass die
Österreicher sich über diese Sanktionen nicht freuen). Nun aber verdreht
Ihre Frau Außenministerin - und ich kann wohl davon ausgehen, dass der Herr
Bundeskanzler hinter diesen Worten steht - die Tatsachen und spricht davon,
dass sich damit zeigen solle, dass die Bevölkerung - ich wiederhole diese
Ungeheuerlichkeit - "hinter der Regierung stehe".

Ich fordere Sie auf, solche Ungeheuerlichkeiten zukünftig zu unterlassen!
Das ist Propaganda-Politik! Unser Land und seine Menschen haben es wahrlich
nicht nötig, sich so etwas bieten zu lassen - und dass eigentlich nur, weil
Ihr Bundesparteiobmann Dr. Schüssel um jeden Preis Bundeskanzler in
Österreich werden wollte...

Ein empörter österreichischer Bürger“


Nun – das forderte eine Antwort von Seiten der ÖVP, einer Dame namens Ursula
Kroczek, die wohl für PR und dergleichen zuständig ist, heraus. Die Antwort
fiel – zugegebenermaßen nicht wirklich zu meiner Überraschung – so aus:

„wir möchten Sie höflich daran erinnern, dass am 3. Oktober eine
demokratische Nationalratswahl stattgefunden hat, in der die SPÖ sechs
Mandate an die FPÖ verlor - diese Bundesregierung ist demokratisch
legitimiert und hat im Parlament eine stabile Mehrheit.
Zu der österreichischen Stellungnahme anlässlich der EU-Sanktionen
übermittle ich Ihnen gerne das gemeinsam beschlossene Aktionsprogramm zu
Ihrer Information.


Mit freundlichen Grüßen
Ursula Kroczek, Korrespondenz
_______________________________
ÖVP Bundespartei
Lichtenfelsgasse 7, A-1010 Wien“


Das war nun doch ein starkes Stück! Um wenigstens zu zeigen, dass man nicht
jeden in diesem Lande für blöd verkaufen kann, antwortete ich:

„Sehr geehrte Frau Kroczek,

> wir möchten Sie höflich daran erinnern, dass am 3. Oktober eine
> demokratische Nationalratswahl stattgefunden hat, in der die SPÖ sechs
> Mandate an die FPÖ verlor - diese Bundesregierung ist demokratisch
> legitimiert und hat im Parlament eine stabile Mehrheit.
> Zu der österreichischen Stellungnahme anlässlich der EU-Sanktionen
> übermittle ich Ihnen gerne das gemeinsam beschlossene Aktionsprogramm zu
> Ihrer Information.

Ihre Antwort im Brustton der Überzeugung: "Wir sind die, die mehr sind!"
(ich möchte über den Realitätsgehalt dieser Worte erst gar nicht räsonieren)
bestätigt nur, was ich in meinem Mail bereits zum Ausdruck gebracht habe.
Sie, d.h. diese Regierung und ihre Vertreter, setzen sich mit dem Land
Österreich gleich. Diese Haltung ist durch keine demokratische
Nationalratswahl zu begründen, wird auch nie in einer solchen quasi vom Volk
sanktioniert! Dass Sie gleich daran "erinnern", bei der Nationalratswahl,
die die ÖVP auf den dritten Platz brachte (daran möchte wiederum ICH
erinnern) und damit zum eigentlichen Verlierer dieses Wahlgangs machte, so
abgeschnitten zu haben, um mit der FPÖ eine Regierung bilden zu können, geht
allerdings an der von mir thematisierten Empörung völlig vorbei. Immerhin
haben Sie aber in Ihrem letzten Satz doch zum eigentlichen Thema gefunden
und mir den Text des Aktionsprogramm zugesandt, wofür ich danke. Dass Sie
damit mich und meine Kritik bestätigen, dürfte Ihnen dabei nicht bewusst
gewesen sein. Es heißt gegen Ende des Textes:

   "Die Bundesregierung wird für den Herbst 2000 dann eine Volksbefragung
   (Bekenntnis zur Europäischen Union, Aufhebung der Sanktionen)
vorbereiten,
   wenn bis zum Ende der portugiesischen Präsidentschaft kein konkreter Plan
   für die Aufhebung der Sanktionen vorliegt. D.h. wir schließen eine
   Volksbefragung als klares Signal Österreichs an die EU nicht von
vornherein
   aus."

Hier ist nirgendwo davon die Rede, dass diese Volksbefragung zugleich
bedeute, dass die Österreicher "hinter dieser Regierung" stehen. Ihre Frau
Außenministerin vermischte im gestrigen Interview (bewusst?) Dinge, die
nicht zueinander gehören. Der obige Text formuliert: "Bekenntnis zur
Europäischen Union, Aufhebung der Sanktionen", es steht hier nichts von
einem "Bekenntnis der Österreicher zu dieser Regierung".

BITTE VERQUICKEN SIE NICHT UNTERSCHIEDLICHE DINGE MITEINANDER! Oder:
Sprechen Sie umgekehrt offen aus, wenn es Ihnen nur um sich selbst (d.h. die
Regierung) geht. Alles andere - ich wiederhole es - ist eine
PROPAGANDISTISCHE POLITIK!

MfG“


Ich denke, dieser Briefwechsel spricht für sich. Und er bestätigt die
Bedenken, die jeder – im In- ebenso wie im sogenannten Ausland – dieser
Regierung unter Beteiligung einer rechtsextremen und rechtspolulistischen
Partei entgegenbringt.

M. Ritter

-----

Ein Spruch in das Mitteilungsheft der österreichischen Bundesregierung:
   "'Ich höre so viel vom Volke reden --
   Wie meint man das zu dieser Frist?' -
   Ich glaube, sie meinen jeden,
   Der ihrer Meinung ist."
(Eduard von Bauernfeld: "Poetisches Tagebuch. 2. Seit 1848", in:
"Bauernfelds ausgewählte Werke in vier Bänden", mit einer
biographisch-kritischen Einl. hg. v. Emil Horner, Leipzig o.J. [1905], 1.
Bd., S. 100)



02 F-Rumpold für internet provider y-line werbung verantwortlich
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 laut einem artikel im wirtschatsblatt (6. Mai 2000, Seite A5)
 ist gernot humpold, haiders mann fürs grobe, für y-line
 werbung zuständig.

 nach seinem ausschied aus der aktiven politik übernahm
 rumpold anfang des jahres von der f die gesamten anteile der
 "blue connection gmbh", die er in "mediaConnection
 Werbeagentur" umbenannte. hauptkunde ist (nona) nach wie vor
 die f. der f-sager des aktuellen ak-wahlkampfen
 "SozialistischeÖsterreichBeschmutzer -
 RoteArbeiterkammerPrivilegienbonzen" stammt ebenso aus der
 werkstatt von rumpold wie neinahe alle anderen derben sprüche
 vergangener f-wahlkämpfe.

 rumpold wollte keine namen weiterer kunden nennen, seine
 partnerin erika frebel (co-geschäftsführerin) verriet aber:
 "der internet-provider yline ist unser kunde."

 weiters ist rumpold prokurist und 8%-gesellschafter der "Care
 Partners Werbeberatungs GmbH", die ein
 sofort-zahnfinanzierungssystem namens "EasyDent Card" auf den
 markt bringen will. dort sind noch neben
 mehrheitsgesellschafter robert glier unter anderem der wiener
 f-landtagsabgeordnete heinz-christian strache sowie der
 wiener steuerberater erich wachernig mit an bord.

am besten ist wohl, brief an y-line und news zu schreiben, dass man sooo
gerne ihr pc/abo-angebot genommen hätte, aber unter diesen umständen sowohl
davon absieht als auch alle freunde und bekannte auffordern wird, das ebenso
zu tun. letzteres sollten wir tatsächlich tun, schliesslich ist jeder
groschen, den die y-line werbung einbringt, geld für die leute, die hinter
den verhetzterischen wahlkampf-ideen stehen.

Hans M.

yline ist einer der grössten österreichischen internet-provider, das sind
 jene firmen, die den einzelnen userInnen und firmen den zugang zum
internet
 ermöglichen. diese provider (auch ISPs genannt - Internet Service
Provider)
 keilen sich natürlich wie blöd um kunden, um ihre milliardeninvestitionen
zu
 amortisieren. neben yline gibt´s in ö u.a. a-online (aon, das ist das
 service der post/telekom), netway, eunet, etc. um ein paar zu nennen.

 yline wirbt unter anderen damit, dass man um nur 1990,- einen voll
 ausgestatteten marken-pc bekommt, wenn mann 2, 3 jahre bei yline bleibt.
das
 funktioniert analog dazu, dass man ein handy um 990,- statt um 3990,-
 kriegt, wenn man sich bei a1, max oder one neu anmeldet und zu einer
 gewissen bindefrist verpflichtet.

 insbesondere ist yline seit einiger zeit durch eine zusammenarbeit mit
news
 aufgefallen; da gibt´s immer wieder diese angebote mit dem billigen
 marken-pc plus einem news-abo dazu. ich kann mir vorstellen, dass news
nicht
 mal was davon weiss, dass der rumpold die werbung für yline macht; oder
aber
 auch, dass die alle unter einer decke stecken...

 ich glaube jedenfalls, dass es sowohl yline als auch news nachdenklich
 stimmen würde, wenn ans tageslicht käme, dass der rumpold mit seinen
 sprüchen da agiert und man deshalb diese angebote ablehnt.

 hoffe, das bringt etwas licht ins dunkel der zusammenhänge f/yline/news.
 falls du noch weitere fragen, wende dich ruhig an mich.

 alles liebe,
 michl




03 Schluss mit liebsein
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Alle lieben uns. Diesen Eindruck vermitteln die Berichte wohlwollender
JournalistInnen über den AUGUSTIN. Der Charme des Sandlers, die Exotik
des Verrufenen, der Bonus des Caritativen vermischen sich zu einer Aura,
die Herzen öffnet. Für uns war diese Sympathiewelle immer ambivalent:
Sie schmeichelt uns, schafft ein Umfeld, in dem wir unsere Anliegen
vermitteln können und in dem unsere VerkäuferInnen als Wiener Faktotum
akzeptiert werden. Aber sie war uns andererseits nie ganz geheuer: Wir
rühren um (Selbsteinschätzung), und niemand fühlt sich angerührt...
Interessant, an welchem Punkt nun dieser Bonus aufbricht, welche unserer
Inhalte zu einem teilweisen Liebesentzug führen. Für unsere Forderung,
Schwarze wie Menschen zu behandeln (aus wenn wenige von ihnen, um in
dieser Kälte zu überleben, gesetzwidrig mit Drogen handeln), gibt´s
keinen Konsens. Da hört sich der Spaß auf.
"So arbeitet das links-grüne Netzwerk in den Medien: kaum war der
Nigerianer Emmanuel O. Chukwujekwu, 32, im Rahmen der Operation Sprimng
im Mai 1999 verhaftet und wegen des Verdachts des Suchtgifthandels und
der Mitgliedschaft bei einer kriminellen Organisation angezeigt worden,
bekam er auch schon ein Forum, um sich öffentlich weiß zu waschen. Die
Obdachlosenzeitung AUGUSTIN räumte ihm Platz ein. Zwar ist Chukujekwu
nicht obdachlos - er sitzt in Untersuchungshaft - doch gehört er zu
jenen `Randgruppen`, denen die Sympathie des Kampfblattes gehört." Zitat
aus Kurt Tozzers Medienkolumne "Schwarz auf Weiß" in "täglich Alles"
(das zuvor immer freundlich vom "Sandlerblatt" berichtete) vom 7. Mai.
Tozzers unbeholfene Etikettierungen (Kampfblatt, links-grünes Netzwerk)
sagen mehr über Tozzer als über den AUGUSTIN aus. Zu den anderen
"Vorwürfen" fällt uns ein: Erstens gilt man in einem Rechtsstaat als
unschuldig, solange man nicht verurteilt ist, uns das trifft auch auf
unseren Autor Chukujekwu zu. Zweitens schrecken wir nicht einmal vor
verurteilten Häftlingen und Ex-Häftlingen zurück: Unsere Literaturseiten
könnten wir z.B. gar nicht füllen, wenn nur Unbescholtene (inländisch
oder ausländisch) zum Zug kämen; eine bessere Antwort auf ein
Justizsystem, das arme Schlucker massenweise ins Gefängnis steckt,
während sich´s die Reichen richten, haben wir nicht parat.
Kurt Tozzers ehrenstaatsanwaltlicher Aufmerksamkeit wird es nicht
entgehen, dass wir in unserer kommenden Ausgabe ein Schäuferl nachlegen
und die Frage stellen, ob bei den Wiener "Afrikanerprozessen"
tatsächlich alles mit rechten Dingen zugeht. Stichwort: Wie
"rechtsstaatlich" ist es, dass bei diesen Prozessen anonyme "Kronzeugen"
die Hauptrolle spielen?
Die AUGUSTIN-Redaktion.


04 Buchvorstellung Oboira C.Ofoedu, "Morgengrauen"
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Bei den CeiberWeibern gibts einen Bericht von der Buchvorstellung Oboira C.
Ofoedu, "Morgengrauen": http://www.ceiberweiber.at/wahl/morgengrauen.htm



05 Das große Comeback des W. Schüssel

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Dr. W. Schüssel schickt nämlich, dieser Tage, folgende Einladung (nur an vertrauliche Personen) aus:

Der Bundeskanzler der Republik Österreich, Dr. Wolfgang Schüssel bittet anlässlich seiner *Rede zur Lage der Nation* am Montag dem 15.Mai 2000, um 10.30 Uhr in den Grossen Redoutensaal der Wiener Hofburg“.

Mit folgender Prosa: „ Österreich neu regieren“ bedeutet Österreich besser und moderner regieren. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat gezeigt, wie man mit Konsequenz und Beharrlichkeit einen besseren Weg für unser Land geht. Die Bundesregierung kann bereits nach 100 tagen mit einer Erfolgsbilanz aufwarten: die Neuordnung der Regierungskompetenzen, eine Budgeterstellung in Rekordzeit, ein ehrgeiziges Privatisierungsprogramm, usw...usw... Antwortfax 01 40126-109“

Frage: Ob er wirklich wieder den Tunnel benützen will? So weit ist es ja auch nicht vom Kanzleramt zum Redoutensaal...oder...?

Erol A.


 

06 *deportation.class stop!* Aktionsbündnis gegen Abschiebungen
Rhein-Main Flugblatt-Text

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*Aufruf zur Demonstration*
*am 27. Mai 2000 auf dem Rhein-Main-Flughafen*

Wut und Trauer angesichts des Suizids der algerischen Asylbewerberin
Naimah H.: Sieben Monate eingesperrt im Transitbereich des Frankfurter
Flughafens, hielt sie den Druck der drohenden Abschiebung in den
Folterstaat Algerien und der Gefangenschaft im deutschen
Internierungslager nicht mehr aus.
Wir fordern die sofortige Abschaffung des tödlichen
"Flughafenverfahrens" und des Internierungslagers "C 182"

Zum Todestag von Aamir Ageeb vor einem Jahr: Die Beteiligung der
Lufthansa bei erzwungenen Abschiebungen muss gestoppt werden!

Mehr als 10.000 Menschen werden alljährlich über den
Rhein-Main-Flughafen abgeschoben. Offiziellen Angaben zufolge setzen
sich etwa 10 % der Flüchtlinge aktiv zur Wehr. Kaum jemals wird dieser
Widerstand öffentlich bekannt. Vieles wird geheimgehalten, vertuscht und
bagatellisiert. Etwa die Hälfte aller Abschiebungen werden unter der
Beteiligung der Lufthansa AG durchgeführt.
Einer, der sich zur Wehr setzte, war Aamir Ageeb. Der sudanesische
Asylbewerber sollte am 28. Mai 1999 mit Zwang abgeschoben werden. Aus
Angst vor Folter und Gefängnis im diktatorischen Sudan leistete er
Widerstand. Drei Beamte des Bundesgrenzschutzes fesselten ihn an Händen
und Füßen und setzten ihm einen Motorradhelm auf. Sie drückten ihn in
den Sitz. Er erstickte. Dies geschah in der Lufthansa-Maschine LH 558
nach Kairo.
Aamir Ageeb ist nicht das erste Todesopfer. Im August 1994 starb der
Nigerianer Kola Bankole, ebenfalls in Frankfurt. Er war gefesselt, "wie
eine Wurst verpackt", mit Skisocken und einem Rolladengurt geknebelt,
vom Bundesgrenzschutz in das Flugzeug getragen und mit
lnjektionsspritzen "ruhiggestellt" worden. Er starb. Gegen die
BGS-Beamten fand kein Prozeß statt. Keiner der Beteiligten wurde
verurteilt. Auch Kola Bankole kam in einer Maschine der Lufthansa zu
Tode.
Hauptverantwortlich für diese Tode sind die Gesetzgeber, welche das
Asylrecht bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und das rassistische
Ausländergesetz beschlossen haben, das Bundesamt für die Anerkennung
ausländischer Flüchtlinge, das sich korrekterweise zum Bundesamt gegen
die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge umbenennen sollte und alle
anderen Institutionen, die an der Umsetzung der organisierten
Unmenschlichkeit beteiligt sind. In diesem Kontext ist die Rolle der
Lufthansa zu sehen: Durch ihre Beteiligung an Abschiebungen macht sie
sich zum willfährigen Handlanger der Abschieber.

Proteste gegenüber der Lufthansa führten zu ersten Reaktionen:

Schon im letzten Jahr sah sich Lufthansa mehrfach Protesten von
Menschenrechts-, Migranten- und Flüchtlingsorganisationen ausgesetzt.
Immer wieder ist auch zu lesen, dass Piloten sich weigern, Menschen
gegen ihren Willen mitzunehmen.
Das antirassistische Netzwerk "kein Mensch ist illegal" startete im März
2000 eine Kampagne gegen die Beteiligung der Lufthansa AG am
Abschiebegeschäft. Mit Zeitungen, Plakaten und Aktionen an Flughäfen,
Reisebüros sowie auch am Ausbildungszentrum in Seeheim-Jugenheim wurde
die LUFTHANSA-"Deportation Class" thematisiert und öffentlich
angegriffen. Infolgedessen sah sich die LUFTHANSA genötigt, mit
folgender "Klarstellung" an die Öffentlichkeit zu treten. Sie
behauptete: "Lufthansa lehnt Abschiebungen gegen den Widerstand der
Betroffenen grundsätzlich ab und befördert sie seit Juni 1999 nicht
mehr." (Lufthansa-Pressestelle vom 11.4.2000). Am 12.4. wiederholte sie
nochmals: "Der Lufthansa-Vorstand hat angesichts einzelner
Protestaktionen erneut bekräftigt, dass auf Flügen mit einer
Lufthansa-Flugnummer keine so genannten Deportees mehr akzeptiert
werden, die Widerstand gegen die Abschiebung leisten."

Wie ernst meint es die Lufthansa wirklich?

Lassen wir die Fakten sprechen:
Lufthansaflug LH 4115 Paris-Berlin am 13. März: Zwei zivil gekleidete
französische Begleitpolizisten haben nach Aussagen eines Leipziger
Professors einen Abzuschiebenden inhuman und mit exzessiver Gewalt
behandelt Trotz der Schreie des Opfers und der Proteste einiger
Passagiere habe die Crew zunächst nicht reagiert, bis der
Beschwerdeführer dem Flugkapitän mit juristischen Schritten gedroht
habe. Daraufhin wurde der Flug abgesagt und alle Passagiere hatten das
Flugzeug zu verlassen.
Bekannt wurden zumindest zwei weitere Zwangsabschiebungen in
Lufthansa-Maschinen von Frankfurt in den Jemen und nach Sri Lanka.
Auch der kurdische Flüchtling Abdulcabbar Akyüz aus Wiesbaden wurde
eindeutig gegen seinen Willen von zwei Polizeibeamten und einem Arzt im
Februar diesen Jahres nach Istanbul abgeschoben, nach Angaben des
Magazins "Stern" ebenfalls in einer Lufthansa-Maschine.
Und auf Anfragen Anfang Mai bei Flugbegleitern und Piloten erklärten
diese, dass ihnen eine Erklärung zu einem Stopp der Abschiebungen bei
Widerstand leistenden Menschen nicht bekannt sei.
Lufthansa scheint der pressewirksamen Kampagne von "kein mensch ist
illegal" mit luftigen Statements den Wind aus den Segeln nehmen zu
wollen. Wir werden jedoch keine Ruhe geben, bis Lufthansa tatsächlich
niemanden mehr gegen seinen Willen ausfliegt und wir werden nicht
zulassen, dass sie ihre Beteiligung an den Abschiebungen nach der
Devise: "Hauptsache keine weitere öffentliche Auseinandersetzung"
fortführen kann.

Was geschieht in anderen Ländern der Festung Europa?

In Belgien löste der Tod der Nigerianerin Semira Adamu im Herbst 1998
einen Sturm der Entrüstung aus. Sie war von Polizisten bei der
Abschiebung mit einem Kissen erstickt worden. In Österreich geriet der
Innenminister unter Druck, nachdem am 1. Mai 1999 der Nigerianer Marcus
Omufuma bei der Abschiebung erstickte. Er war mit Leukoplaststreifen
verschnürt worden. Ebenso erstickte der Palästinenser Khaled Abuzarifeh
im März 1999 bei der Abschiebung auf dem Flugplatz Kloten in der
Schweiz. Seitdem weigert sich das Flugpersonal der Swissair, gefesselte,
geknebelte oder mit Betäubungsmitteln "ruhiggestellte"
Abschiebehäftlinge mit an Bord zu nehmen.
Kampagnen in Belgien, Frankreich und den Niederlanden führten ebenfalls
zu ersten Erfolgen. Einige Fluggesellschaften gaben ihre Beteiligung an
gewaltsamen Transporten von Abschiebehäftlingen auf. Am weitesten geht
dabei die belgische Fluggesellschaft SABENA. Sie nimmt generell keine
Zwangspassagiere mehr mit: "We never accept accompanied deportees... who
are forced to go back."
Es ist an der Zeit, dass auch die Lufthansa ihren Teil der Verantwortung
übernimmt: am Tod von Kola Bankole und Aamir Ageeb, an den vielen
Namenlosen, die - mithilfe der Lufthansa deportiert - von ihren
Peinigern auf den Heimatflughäfen verhaftet und gefoltert wurden.

Von der Lufthansa AG, und auch von allen anderen Fluggesellschaften,
fordern wir:
Keine Beförderung von Passagieren gegen deren Willen!

Wir fordern Alle auf:
Das Recht auf Freizügigkeit fällt nicht vom Himmel - wir müssen es
erkämpfen!
Sagt NEIN! Keine Festung Europa! Nie wieder Wegschauen!
Eingreifen gegen Ausgrenzung und Rassismus, Illegalisierung und
Abschiebungen!

Beteiligt Euch an der Protestdemonstration am Samstag, 27.5.2000, im
Lufthansa-Terminal (Beginn um 12 Uhr, Terminal 1, Bereich A)
INFORMATIONSVERANSTALTUNG zu Lufthansa: Dienstag 23.5.2000 im Dritte
Welt-Haus in Frankfurt, Falkstr. 74.
AUSSTELLUNG zur Kampagne gegen Lufthansa: am 22./23.5. in der
FH-Frankfurt, am 23.5. abends im Dritte-Welt-Haus.

*deportation.class stop!*

Aktionsbündnis gegen Abschiebungen
Rhein-Main
c/o Dritte Welt Haus Frankfurt
Falkstrasse 74, 60487 Frankfurt/Main
Tel. 069-79201772, Fax 78960399
Email: DWHFFM@t-online.de
http://www.deportation-alliance.com



07  Begegnung der Generationen
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Am 10.5. fand im Echo, Wien 6, eine Begegnung zwischen Jugendlichen der sog.
zweiten Generation und Rev. Moss (Weggefährte Martin Luther Kings, des
öfteren wegen seines Kampfes gegen Rassismus inhaftiert) sowie Andrew
Sternberg (ungarischer Jude, der als einziger seiner Familie Auschitz und
Mauthausen überlebte) statt. Wir waren dabei & berichten unter:
http://www.ceiberweiber.at/wahl/echo.htm - Teil 1
http://www.ceiberweiber.at/wahl/echo1.htm - Teil 2
Ein Buchtipp noch dazu:
http://www.ceiberweiber.at/news/vonbuelow.htm - Andreas von Bülow, "Im Namen
des Staates", über die Machenschaften von CIA, BND und Co., auch als
Handbuch zu verwenden, da der Autor zeigt, warum beispielsweise ein "Kampf
der Kulturen" suggeriert wird und wie doppelbödig der Kampf gegen Drogen
sein kann...
Alexandra
(alexandra@ceiberweiber.at)



08  Grossmutter

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100 jahre grossmutter
100 jahre widerstand 100 jahre wut
100 jahre lachen 100 jahre zärtlichkeit

g  r  o  s  s  m  u  t  t  e  r  

dramatische komödie für eine schauspielerin
das stück zum widerstand

grossmutter : gotlinde rupp  -  regie : elisabeth schuster
text : johannes maximilian mueller


theater spielraum ­ wien 3 rechte bahng.18 ­ tel 7130460

dienstag 23. 5. bis samstag 27. 5. 2000

( aus grossmutter ) :
ich träumte neulich adolph hitler saß auf einem korbsessel am strand von patagonien
und vor ihm sitzen die neue sogenannte bundesregierung im sand am strand
die bundesregierung und unser landeshauptmann einfaches mitglied aus kärnten
und unsere vera im sand am strand

und hitler schließt die augen
und sagt zu ihnen

mein gott warum habt ihr mich verlassen

meine donnerstagsdemonstrationsträume
gegen die sogenannte neue regierung
meine träume gegen das organisierte verbrechen

seit 17 jahren sage ich  der haider wird durch sich selbst in sich selbst fallen
nicht durch jemanden anderen nein nein durch sich selbst
und selbstverständlich glaubt mir niemand seit 17 jahren
und heute nicht mit  meinen 99 drei viertel jahren
und niemand hat gemerkt
dass er schon längst durch sich selbst in sich selbst gefallen ist
niemand hat es bislang gemerkt habe ich gesagt
sehen sie in seine augen sehen sie in sein gesicht ­ österarm habe ich gesagt

ich habe geträumt die donnerstagsdemonstrationen sind clubbings geworden
der herr jagerlhofer hat die demonstrationen organisiert eintritt 4.980.- schilling
moik hat mitklatschen lassen vera hat die gäste interviewt den piccoli und den peymann
und barbara stöckl hat das erste hilfe zelt betreut die ohnmächtigen und die mächtigen
habe ich geträumt
( aus : grossmutter )



09 Sozialeinrichtungern protestieren gegen Kürzungen beim Zivildienst

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ZIVILDIENER-PLATTFORM WIEN

PRESSEAUSSENDUNG

Freitag, 12. Mai, 12 Uhr Stephansplatz:
Sozialeinrichtungern protestieren gegen Kürzungen beim Zivildienst

Wien, 12. Mai 2000 -  Von Caritas bis amnesty international - die
Streichungen beim Zivildienst treffen nicht nur die Zivildiener, sondern vor
allem
die vielen tausenden Alten, Kranken und Behinderten unserer Gesellschaft.
Auf
diese dramatische Situation wollen verschiedenste prominente soziale und
karitative Einrichtungen am Freitag, den 12. Mai um 12 Uhr in einer
gemeinsamen Aktion am Stephansplatz aufmerksam machen.

Die Sozialeinrichtungen werden im Rahmen der Aktion ihre bisher
erfolgreich geleistete Arbeit präsentieren und auf die drohende drastische
Einschränkung eben dieser Arbeit als Folge der Kürzung von
Zivildienerstellen
hinweisen. Leisten diese Einrichtungen in Zukunft weniger, so wirkt sich
dies
unmittelbar auf die betroffenen Bedürftigen aus: Ob in
Schwersthindertenschulen,
Altersheimen, Drogeneinrichtungen oder bei der Flüchtlingsberatung, überall
werden Einsparungen auf dem Rücken der ohnehin schon sozial Schwachen
ausgetragen. Ein "Obdachlosen-Tischtennisturnier" am Stephansplatz,
organisiert von
der Caritas, soll dies der Öffentlichkeit alarmierend vor Augen führen.

Die Zivildiener selbst setzen ihren Protest gegen die unanehmbaren
Kürzungen im Zivildienst fort. Kritisiert wird dabei nach wie vor die absurd
anmutende Reduktion des Gesamtentgelts auf 3.648,- Schilling im Monat. Als
skandalös betrachtet wird auch die fortschreitende Delegation von
Sozialaufgaben,
deren Erfüllung eindeutig in die Zuständigkeit des Staates fällt, an
ehrenamtlich tätige Freiwillige. Mit Petitionslisten fordern die Zivildiener
die
sofortige Rücknahme der ZDG-Novelle. Ebenso erwartet werden umgehende
Lösungsvorschläge vom BMI, wie die katastrophale finanzielle Lage der
Zivildiener
abgewendet werden kann.

Vetreten sein werden am 12. Mai u.a.:
· Caritas
· Wiener Drogeneinrichtungen
· Schwerstbehindertenschule Paulusgasse
· Kinderfreunde
· Geriatriezentrum Wienerwald
· Verein KoMit
· Kaiserin-Elisabeth-Spital
· amnesty international
· Kuratorium der Pensionistenheime Wiens
· VÖSE(Spastiker Eingliederung)


Nähere Informationen: Christopher Temt (Tel. 0664/12 53 53 1)
Patrick Awart (Tel. 01/89 40 280)
                        Mag. Wolfgang Thill (Tel. 01/495 96 25 26)
                        Web: zivi-presse@gmx.at




10 INSTITUT ZUR ERFORSCHUNG SUPRANASALER SUBILLUMINENZ

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Sehr geehrte Damen und Herren,

was das Volk begehrt, koennen Sie nun persoenlich mitbestimmen. (Nein,
es geht nicht um die EU-Sanktionen.) Bitte beantworten Sie die
nachfolgende Frage durch ankreuzen und senden Sie dann den
ausgefuellten Bogen an hilmar.kabas@fpoe.at

Diese Vorgangsweise kann ab sofort auf alle noch kommenden
Wortschoepfungen angewendet werden: Einfach den Wortspender in der
Frage austauschen, den fraglichen Begriff von A bis Z durchdeklinieren, den entsprechenden Mail-Link ausfindig machen und das Mail senden.

Und hier die Frage: IST HILMAR KABAS (EIN )

Antwort: Erlaeuterungen:
AUMP von bayerisch "Amper" für "Kuebel"
BUMP von wienerisch "(An)bumperer" für "jemand der aneckt"
CUMP unklare Zwischenform, siehe K oder Z
DUMP* von "dumpa" für "finster", verbreitet im heimischen Voksliedgut
EUMP unzutreffend, könnte was Positives zur EU sein
FUMP evtl. von "Fum" in der Phrase "sich an Fum geben" für "besser
scheinen wollen"
GUMP von sueddeutsch "Gumpe" für "Wasserloch"
HUMP* von "Humpen" für "Krug", besonders: "Bierkrug", auch: englisch
für
"Buckel"
IUMP sicher keine deutsche Form
JUMP Ausdruck der Freude, wenn etwas "gesessen ist"
KUMP das, auch "Kumpf", für "kleines, rundes Gefäß"
LUMP* "Gauner", zu "Lumpen" von mittelhochdeutsch "lumpen" für "welk
herabhaengen"
MUMP Form von "Mumpitz" für "Unsinn, Schwindel"
NUMP wahrscheinlich althochdeutsch für "taub"
OUMP schaut franzoesisch aus, igitt, oder gar afrikanisch
PUMP der, "Geborgtes"
QUMP sicher keine deutsche Form, nicht einmal germanisch - am besten
zurueckschicken
RUMP Hauptwort zu "rumpeln" für "stuerzen"
SUMP von "Sumper" für "Bienenkorb"; als Person "einer in dessen Kopf es
summt"
TUMP vgl. "tumb": altertuemelnd scherzhaft für "einfaeltig"
UUMP lautmalerischer Ausruf der Stemmer zur Mobilisierung der
"treibenden Kraft"
VUMP desgleichen bei Boxern für "Tiefschlag"
WUMP von "Wumpf" gleichbedeutend "Zumpf" siehe Z
XUMP neubayerisch für "Gesumpe" siehe S
YUMP Yapping Underexposed Mediocre Politician ?
ZUMP von mittelhochdeutsch "zumphe" für "kindlicher Penis"

Vielen Dank für Ihre wertvolle Mithilfe

* LUMP, HUMP und DUMP ? Hilmar Kabas, Zitat: APA in
http://www.derstandard.at/


Redaktionsschluß: 11.5. 2000, 22:00
Fehler möge frau/man mir nachsehen!