widerst@ndMUND vom 08.05..2000
 
 

keil1.gif (893 Byte)   1) Gehts noch kindischer - Spritzpistolen und Co...

keil1.gif (893 Byte)  2) Re: Vernetzt und zugenäht

keil1.gif (893 Byte)  3) WomensARTconnection: Neues Webportal fuer Frauen

keil1.gif (893 Byte) 4) zur vernetzung - demokratische offensive nervt

keil1.gif (893 Byte)  5) Anfrage wegen Hundebiss auf Demo


 
 
Editorial


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kann. Arbeitsaufwand 2-4 Stunden.  Erforderlich ist ein schnelles Modem und
Erfahrung mit e-mail-Fluten. Lebenslauf und Lebenswandel egal. Kurze Notiz
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<widerstand@no-racism.net> genügt. Wer zuerst kommt ...
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1) Gehts noch kindischer - Spritzpistolen und Co...
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Ich dachte eigentlich, der Sinn von "Widerstand" ist es, sich zwar
phantasievoll, aber doch in gewisser Weise zweckorientiert zu artikulieren.
Schließlich gehts ja nicht drum, versäumte Spielzeiten aus der Kindheit
nachzuholen oder sich in erster Linie selbst in Szene zu setzen, sondern es
soll ja was erreicht werden damit. Ich hab absolut nix gegen Ironie und
Witz, aber es sollte nicht kontraproduktiv werden. Und das ist bei solchen
Aktionen - siehe Beitrag von K.Wendt im letzten Rundbrief - sehr leicht der
Fall. Nur weil jemand durchaus mit Ironie und Witz vor ein paar Wochen eine
Torte geworfen hat, kann nicht die Parole sein, ab nun wird nur mehr
geworfen bzw. gespritzt.

Diejenigen, die "Widerstand" gerne abtun als Marginalie oder als
Sich-Austoben-Wollen, sollten dabei nicht auch noch Hilfe und Unterstützung
erhalten. Außerdem ist die Lage wohl ernst genug, wenn frau an die
beschlossenen Verschärfungen bspw. bei den Zivis denkt oder daran, daß ein
junger Nigerianer nach seiner Verhaftung gestorben ist.

Es erfordert auch genug Phantasie, die immer neuen Aktivitäten der
Regierung auf stets neue Weise plakativ zu machen - was auch deswegen
notwendig ist, weil auf Dauer nicht Massen auf die Straße gebracht werden
können, sondern Aktionen stattfinden müssen, die auch mit einigen Leuten
wirken.

Und, nicht zu vergessen: das Wissen in der Szene über die Regierungspolitik
muß ständig aktuell sein, da ja die direkten Konfrontationen bei
Diskussionen oder Chats auch wichtig sind. Wobei kompetentes Auftreten dort
sicherlich mehr wirkt als ein paar ewige Kleinkinder mit Spritzpistolen...

Alexandra
alexandra@ceiberweiber.at



2) Re: Vernetzt und zugenäht
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Hi Johannes!

Ich hab Deine Conclusio zum Vernetzungspicknick (MUND 3.5.) mit hohem
Interesse
gelesen. In vielen Beobachtungen stimme ich mit Dir überein. In den
meisten Fälle ziehe ich allerdings andere Schlußfolgerungen.

Johannes: "Das Gefühl, daß Politik - das Geschehen in der eigenen
Gesellschaft - die aktive Beteiligung Vieler braucht, um lebendig,
menschlich und demokratisch zu werden, war auf diesen Fest spürbar." Das seh
ich
auch so. Darüber hinaus war meines Erachtens noch die Hoffnung spürbar,
jetzt endlich einmal Antworten auf die Frage "Was tun?", die sich
schon bei der November-Demo aufgedrängt hat, zu suchen. Das Picknick
war da ein sehr wertvoller Ansatz.

Johannes: "Eine Reihe von Leuten waren da - doch sind diese auch rasch
wieder gegangen, weil es keine sichtbare Struktur gab, in die mensch
sich einbringen konnte." Ja, genau hier liegt der Knackpunkt.
Allerdings würde ich sagen, daß es sehr wohl Strukturen gab, die aber
nicht die bisher gewohnten waren. Wer dort nach den gewohnten
Strukturen Ausschau hielt, fand sie nicht. Nichts, wo er sich einbringen
konnte. Das Picknick selbst war so eine neue Struktur und es ist für
mich vollkommen klar, daß man sich in solch neuen Strukturen erst
zurechtfinden muß, man überhaupt erst einmal auf die Ideen kommen muß,
was sie zulassen, was in diesen Strukturen möglich ist. Dieses erste
Picknick haben nach meinem Gefühl viele vorerst nur zur Sondierung
genutzt.

Johannes: "die Kritik an bestehenden Strukturen gibt die Verantwortung
eigene zu bauen. Das Fest war eine bunte Mischung, Vielfalt - aber die
Eigeninitiative, gemeinsam sichtbare Strukturen aufzubauen fand nicht
statt."
Nur Geduld - kann ich da nur sagen. Gib uns allen doch die Zeit, mit
diesen neuen Strukturen umgehen zu lernen!

Johannes: "Das nächste Mal werden wir wohl die Podien haben - denn die
Konsequenz kann nur sein, lieber klare eigene Strukturen
vorzugeben..."
Noch einmal mit aller Eindringlichkeit: Nur Geduld! So ein Picknick
ist meines Erachtens ein hoch fruchtbarer Ansatz und ich hab das Gefühl, da
steckt weit mehr drinnen, als wir alle miteinander noch
abschätzen können. Diesen Keim will ich nicht gleich mit alt bewährten
Strukturen erschlagen sehen, noch bevor er sich richtig verwurzeln
konnte! Natürlich, wenn man etwas völlig Neues ausprobiert, dilettiert
man zuerst einmal fürchterlich peinlich. Und ich verstehe auch, daß
man liebend gerne die Finger von einer Sache lassen will, wenn man
sich einmal gründlich blamiert hat, aber da müssen wir durch...

Johannes: "Warum wurde nichts von den gebotenen Möglichkeiten auch
stärker von anderen Gruppen genutzt? Ist es wirklich immer der selbe
dumme Ehrgeiz, entweder etwas ganz selbst zu tun, oder sich nur sehr
vorsichtig
einzubringen - aus Angst, etwas von der eigenen Identität zu verlieren?"
Ja, das ist das Stichwort: Identität. Zuerst einmal: gebotene
Möglichkeiten kann man nur nutzen, wenn man sie auch erkennt und wenn
man weiß, was man mit diesen Möglichkeiten machen kann. Das, behaupte
ich einmal, ist bei vielen noch nicht der Fall und - das braucht Zeit!
Denk doch mal dran, wie lange es braucht, bis man ein Auto richtig
fahren kann. Wer zum ersten Mal in einem Auto sitzt und es fahren
soll, ist doch auch einmal geraume Zeit damit beschäftigt sich in all
den Armaturen zu orientieren. Von Fahren im herkömmlichen Sinn ist da
noch lange keine Rede. Es braucht eine gewisse Übung und Routine! Und
vor allem braucht es Möglichkeiten zu Üben! Wenn ich mich richtig
erinnere, ist mein Fahrlehrer mit mir zuerst einmal auf einen
verlassenen Parkplatz gefahren, wo ich üben konnte, wie man das
Fahrzeug in Gang setzt und es auch wieder zum gewünschten Zeitpunkt
anhält.
Bei uns ist die Lage insoferne schwieriger, weil "Netzwerken" eine
völlig neue Kulturtechnik ist. Niemand weiß da noch genau, wie das
eigentlich geht. Wir müssen uns die Zeit nehmen und uns geduldig das
dazugehörige Wissen und die dazugehörige Übung erarbeiten - in kleinen
und sinnvollen Schritten.
Letzten Samstag sind wir in diesem neuen Fahrzeug gesessen. Wenn Du
wieder nach Podien rufst, ist das fast so, als ob ein Fahrschüler in
der ersten Fahrstunde aus dem Kfz aussteigt und meint: "Da bin ich zu
Fuß aber schneller." Und für den Moment hat er auch recht...

Jetzt noch zum Thema Identität: Verlieren kann man nur etwas, wenn man
es schon hat. Ich behaupte einmal, daß viele Gruppen für diese
Picknicks-Situation noch gar keine Identität entwickeln konnten. Wann
auch?
Nur ganz wenige von den anwesenden Gruppen haben sich auch erkennbar
als Gruppe deklariert. Oft konnte ich nur ahnen, welche Gruppe das
sein mußte, weil ich die Personen kannte. Oft wußte ich auch nicht, ob
das schon ein Gruppe mit einer eigenen "Identität" ist oder ob da
einfach ein paar Leute zusammensaßen, die sich zufällig hier getroffen
hatten.
Für mich wäre deshalb der logische nächste Schritt, daß sich die
Gruppen auch als solche zu erkennen geben, sei es durch Taferln oder
Transparente, wo zumindest der Name der Gruppe draufsteht, Tische,
Zelte oder sonst wie. Schon allein dadurch würden die Strukturen
erkennbarer werden. Schließlich kann man nur mit etwas in Beziehung
treten, wenn man auch weiß, daß es existiert. Und Vernetzung heißt für
mich in dem Zusammenhang an Beziehungen zwischen Gruppen arbeiten.

Wir sollten uns jedenfalls bewußt sein, daß der Aufbau und das
Entdecken von Strukturen, in denen man sich auch gerne aufhält (was
ich als Grundvoraussetzung sehe, damit eine Gesellschaft und ihre
politische Kultur überhaupt erst "lebendig, menschlich und
demokratisch" werden kann) einfach seine Zeit braucht und daß wir
diesem Prozeß Zeit und Raum geben müssen, auch wenn die Zeit drängt.

Liebe Grüße, Christian Apl
a9503809@unet.univie.ac.at



3) WomensARTconnection: Neues Webportal fuer Frauen
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Start des Webportals www.networking4ladies.at Frauen vernetzen, Frauen
staerken

Die Eroeffnung des neuen Webportals fuer Frauen ist ein Grund zum
Feiern. Aus diesem Anlass verlost die VIRTUELLE CAFETERIA von NETWORKING
FOR LADIES in Kooperation mit K+K HOTELS Wien einen luxurioesen
Cafeteria-Geschenkkorb fuer zwei Personen. Ab sofort verschickt die
virtuelle Cafeteria von NETWORKING FOR LADIES die neuesten Headlines,
Termine und Einladungen regelmaessig per Newsletter. Alle emails, die
bis 13.5.2000 bei keriman@i-one.at einlangen
(Newsletter erhalten), nehmen an der Verlosung teil. Hoffe, Sie sind dabei!

1. Was ist die Idee von NETWORKING FOR LADIES ?

NETWORKING FOR LADIES ist eine interaktive Drehscheibe fuer
MultiplikatorInnen
und MeinungsbildnerInnen aus Wirtschaft, Kunst und Institution.
Die Ziele: die Wahrnehmung fuer spezifisch weibliche Themen und
Strukturen im oeffentlichen Bewusstsein zu intensivieren, die
Wertschaetzung fuer diese Strukturen zu erhoehen und ihre Potentiale
optimal zu nuetzen (Empowerment), eine tragfaehige Struktur fuer
Kooperation & Austausch zu schaffen.

Meine Vision ist eine umfassende Plattform fuer Menschen, die in Form
eines lebendigen Netzwerks kooperieren und mit ihren Talenten, Ideen und
Erfolgen die Gesellschaft insgesamt bereichern.

Die Sache funkioniert nach dem SHAREHOLDER PRINZIP. Dies ist eine
Einladung, die Networking Plattform aktiv mitzugestalten. Wie das geht ?
Ganz einfach: durch Feedback, Fragen, Wuensche. Wer sich zu Wort meldet,
gibt einer Idee eine Chance. Am besten, Sie schreiben gleich ein paar
Zeilen - zum Beispiel darueber, was Sie auf der Homepage vorfinden
moechten, worueber Sie gerne informiert waeren, welche Frauennetzwerke
Sie kennen, die auch andere kennenlernen sollten, oder welche Ideen,
Projekte und Konzepte Sie gerne vorstellen moechten. Einfach melden -
per email oder Fax.

2. Was bietet die neue Homepage ?

a. Das EMPOWERMENT PROGRAMM (siehe auch Summer Academy) wendet sich an
Frauen, die ihre Perspektiven erweitern und ihren beruflichen Einfluss
staerken sowie Selbstbewusstsein und Professionalitaet ausbauen wollen.
Kostenguenstige Empowerment Workshops gibt es auch fuer (Wieder)
EinsteigerInnen ins Geschaeftsleben.
b. Die PLATTFORM MENTORING bietet Kontakte und Links zu nationalen und
internationalen Mentoring-Programmen und damit zu Frauen, die ihren Weg
erfolgreich gehen und bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben. NETWORKING
FOR LADIES unterstuetzt Interessierte dabei, neue Kontakte zu knuepfen
und die eigenen Potentiale machtvoll zu praesentieren.
c. Die NETWORKING LOUNGE Ab Herbst 2000 referieren arrivierte Frauen
ueber Fuehrungskompetenz und Lobbying. Es wird sich lohnen, die Termine
rechtzeitig zu notieren.
d. GOOD JOBS FOR LADIES ist ein Service fuer Unternehmen, die neue
MitarbeiterInnen suchen. Mit einem Password kann jedermann/ jedefrau
freie Stellen selbst ausschreiben und bei NETWORKING FOR LADIES ins
Internet stellen. Interessierte studieren das Angebot und kontaktieren
direkt das betreffende Unternehmen. Easy - so soll Networking funktionieren.
e. Weitere Services sind geplant - es gibt viel Raum fuer Ideen !


3. SUMMER ACADEMY ab Juni 2000/ Empowerment Programm und Termine

Im Juni 2000 startet das neue Empowerment Programm im Rahmen der Summer
Academy. In einer immer kompetitiveren Zeit ist laufende Weiterbildung
zum unverzichtbaren Teil der Lebensplanung geworden. Die Vorteile sind
offensichtlich: bessere Qualifikation bringt mehr Perspektive, und damit
bessere Jobs. Die Workshops finden in der gemuetlich-eleganten Business
Lounge eines Wiener Hotels statt. Restaurant und Bar laden zum
Networking in den Pausen und nach dem Workshop ein: so entstehen
nebenbei auch die richtigen Kontakte.

Hier das aktuelle Programm:

BUSINESSLIKE/ Die richtigen Signale auf dem Weg zum Erfolg EMPOWERMENT
FOR A START/ Ein Workshop fuer (Wieder)EinsteigerInnen WELLNESS AM
COMPUTER/ Den Arbeitstag mit Elan bewaeltigen BUSINESS ENGLISH & CLIENT
COMMUNICATIONS/ Refresher Day BACK TO THE ROOTS/ Die Rueckkehr
weiblicher Kraft WORTE HABEN MACHT/ Sprache als Fuehrungsinstrument (ab
Herbst 2000)

Alle Workshops gibt es auf Anfrage auch in den Bundeslaendern bzw. als
In-House Workshop nach Vereinbarung.

Ort: K+K Hotel Maria Theresia, Kirchbergg 6, 1070 Wien (Spittelberg)
Preise und Termine auf Anfrage/ Gesamt-Programm wird zugeschickt Welcome
to the club !

Verbreiten dieser Information ist ausdruecklich erwuenscht, Feedback
willkommen.

Kontakt: Mag Gabi Keriman/ Networking for Ladies
Tel/ Fax 01 402 15 93, <mailto:keriman@aol.com>



4) zur vernetzung - demokratische offensive nervt
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zu silvia santangelo (die ich sehr schätze) am samstag im mund.

das konzept des 27.5. finde ich reichlich eigenartig. zuerst ein
symposium aus heiterem himmel (welche themen, welche teilnehmerInnen,
warum jetzt), dann ein "neuwahlfest", wo doch die neuwahlkampagne längst
abgewickelt und belächelt wird, dann ein büchertischnetzwerk, an dem
noch getüftelt wird. und alles angemeldet (klarer bruch mit der
bewegungstradition)

die demokratische offensive versucht wieder mal die gewachsenen
bewegformen der bewegung zu negieren und ihre kunstprodukte
draufzusetzen. ich habe keine angst, daß irgendwer vereinnahmt wird. die
aktivistInnen wissen alle, jeweils genau, wogegen, wofür und mit welchen
mitteln sie protestieren. es ist nur sehr nervig, wenn ausgerechnet die
rotgrüne pr-gruppe sich bemüßigt fühlt, alle anderen zu vernetzen und
verknoten. dieses wird ein flop, der verkraftbar wird und ich kann mir
nicht vorstellen, daß viele aktivistInnen aus dem spontanen widerstand,
einen tisch für 27. anmelden werden, welch eine selbstverhöhnung wäre
das.
gut fände ich das depottreffen von ende februar zu wiederholen. termin-
und ortsvorschlag hab ich keinen.

widerstand!

kurto.wendt@reflex.at



5) Anfrage wegen Hundebiss auf Demo
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Bei der Donnerstag-Demo  am 27. April wurde ich durch einen Hund in
Begleitung einer Mitmarschiererin  leicht gebissen.  Er war weiß mit
braunen Flecken, kurzhaarig  und sehr lebhaft.  Die begleitende
Demonstrantin hatte kurzem Haar und trug Brillen.  Ich ersuche sie,
mich über den Gesundheits- und Impfungszustand des Hundes, der auch
meinen eigenen betrifft, zu informieren.

Solidarität

Peri  --  (01) 720 37 52

From: "a9109553" <a9109553@unet.univie.ac.at>


Redaktionsschluß: 7.5. 2000, 22:00
Fehler möge frau/man mir nachsehen!